Einleitung

Herzlich Willkommen! Mit pianoscope verwandeln Sie Ihr iPad oder Ihr iPhone in einen mächtigen Assistenten zum Erstellen hochwertiger Klavierstimmungen.

In diesen Handbuch erklären wir Ihnen die grundlegende Bedienung der App und aller ihrer Funktionen. Wir gehen dabei davon aus, dass Sie bereits wissen wie man Klaviere stimmt.

Das Stimmen von Klavieren ist keine Hexerei. Dennoch benötigen Sie einige Grundkenntnisse, Fertigkeiten und die richtigen Werkzeuge für die Arbeit. Seien Sie also vorsichtig. Wir haften nicht für Schäden an Ihren Instrumenten!
Wenn Sie das Stimmen erst erlernen möchten, schauen Sie auf www.pianoscope.app. Dort werden in Kürze Artikel zu diesem Thema erscheinen.

Die Abbildungen in den folgenden Kapiteln zeigen pianoscope auf dem iPhone. Alle Funktionen stehen aber gleichermaßen auch auf dem iPad zur Verfügung. Die App ist auf dem iPhone für das Querformat optimiert. Alle Ansichten funktionieren jedoch auch hochkant. Auf dem iPad gibt es keine bevorzugte Ausrichtung.

Download, Testphase und Kauf

Systemvoraussetzungen

pianoscope benötigt ein iPhone oder ein iPad mit mindestens iOS 15.

Download

Sie laden die App über den App Store auf Ihrem iPad oder iPhone. Der reine Download ist dabei kostenlos. Über diesen Link gelangen Sie schnell und einfach zu pianoscope im App Store.

Test- und Kaufoptionen

Beim ersten Start erscheint der Dialog In-App-Käufe mit den Optionen zum Testen und Kaufen von pianoscope.

In-App-Käufe

Kostenloser 14-Tage-Test

Sie können alle Funktionen für 14-Tage lang ohne Verpflichtungen kostenlos ausprobieren. Um Ihre kostenlose Testphase zu starten, wählen Sie die Option Test starten im ersten Block. Sie werden danach unter Umständen vom System aufgefordert, Ihr App Store-Kennwort einzugeben. Dies wird benötigt, um zu vermerken, wann Sie die Testphase beginnen.

Wenn die 14 Tage abgelaufen sind, können Sie alle in der Zeit erstellten Stimmdokumente weiterhin öffnen und betrachten, jedoch nicht mehr bearbeiten und keine Instrumente mehr mit ihnen stimmen. Um die Anwendung weiter voll zu benutzen, müssen Sie die Standard- oder Pro-Edition erwerben.

Standard-Edition

pianoscope standard enthält alle grundlegenden Funktionen zum Stimmen von Klavieren und Flügeln. Sie ist geeignet für alle Pianisten, die gerne selbst hochwertige Klavierstimmungen erstellen wollen.

Pro-Edition

pianoscope pro enthält zusätzliche Funktionen für professionelle Klavierstimmer wie eigene Stimmstile, grafische Stimmkurven, Teiltongewichte, extra Streckung oder das Hochziehen von Stimmungen.

Kaufen

Um eine der Editionen zu erwerben, wählen Sie den Schalter Kaufen in dem entsprechenden Block. Danach fragt Sie das System je nach Gerät nach Ihrem Kennwort oder Ihrem Fingerabdruck, um den Kauf zu autorisieren. Sobald der Kauf erfolgreich war, wird dies mit einem roten Haken am entsprechenden Block bestätigt. Wählen Sie nun oben rechts den Schalter Fertig und beginnen Sie mit Ihrer ersten Stimmung. Die dargestellten Preise können sich je nach Land und Währung unterscheiden.

Upgrade auf die Pro-Edition

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie die Funktionen der Pro-Edition benötigen, können Sie auch erst die Standard-Edition erwerben und jederzeit später zum reduzierten Preis auf die Pro-Edition upgraden.

Abonnement der Pro-Edition

Als Alternative zu einem Einmalkauf können Sie die Pro-Edition auch als monatliches oder jährliches Abonnement erwerben. Um ein Abonnement abzuschließen, wählen Sie den Schalter Abonnieren in dem entsprechenden Block. Auch hier fragt Sie das System je nach Gerät nach Ihrem Kennwort oder Ihrem Fingerabdruck, um das Abonnement zu autorisieren. Bei Erfolg wird dies mit einem roten Haken am entsprechenden Block bestätigt.

Solange Sie ein Abonnement nicht kündigen, verlängert es sich automatisch nach der gewählten Laufzeit. Über den Schalter Abonnement verwalten können Sie das Abonnement jederzeit kündigen oder zwischen den verschiedenen Laufzeiten wechseln.

Einkäufe wiederherstellen

Wenn Sie pianoscope bereits erworben oder abonniert haben, können Sie es jederzeit neu oder auch auf einem anderen Gerät installieren. Wählen Sie dazu nach der Installation einfach die Option Einkäufe wiederherstellen unterhalb des letzten Blocks. Sie müssen nun unter Umständen Ihr App-Store-Kennwort eingeben. Danach sind die bereits erworbenen Funktionen freigeschaltet.

Öffnen über Menü

Beim ersten Start von pianoscope erscheint der Kauf-Dialog automatisch. Sie können ihn auch später erneut anzeigen, indem Sie den Punkt In-App-Käufe im Mehr-Menü auswählen.

In-App-Käufe über Menu öffnen

Stimmdokumente

Die für das Stimmen eines Instruments benötigten Einstellungen werden in einem sogenannten Stimmdokument gesichert. Für jedes Klavier, das Sie mit pianoscope stimmen möchten, legen Sie ein solches Dokument an.

Erstellen eines neuen Dokuments

Beim ersten Start von pianoscope erscheint die Dokumentenverwaltung wie Sie sie auch aus anderen Apps wie Pages oder Numbers kennen. Um ein neues Dokument zu erstellen, tippen Sie auf das Plus-Symbol oben rechts:

Neues Dokument erstellen

Im folgenden Dialog legen Sie die Grundeinstellungen für das neue Dokument fest. Sie können das Erstellen jederzeit durch Tippen auf Abbrechen oben links verlassen.

Name

Zunächst vergeben Sie einen passenden Namen für das Dokument, unter dem es zukünftig in der Dokumentverwaltung erscheinen wird.

Vergeben eines Namens für das Stimmdokument

Hersteller, Modell & Seriennummer (pro)

In pianoscope pro können Sie weitere Informationen wie den Hersteller, die Modellbezeichnung oder die Seriennummer eines Instruments hinterlegen. Sie können diese Felder jedoch auch leer lassen.

Zusätzliche Informationen zu einem Instrument

Notizen (pro)

Zusätzliche Informationen zu einem Instrument können Sie in pianoscope pro unter Notizen eintragen. Dazu tippen Sie auf die Zeile Notizen und geben im folgenden Dialog einen beliebigen Text ein. Sie beenden die Eingabe durch Tippen auf den Rückwärtspfeil oben links.

Notizen zu einem Instrument
Notizen zu einem Instrument

Kammerton

Hier legen Sie fest, auf welche Frequenz das Kammerton-A4 gestimmt werden soll. Um diesen Ton herum berechnet pianoscope die indivuelle Stimmung für das Instrument.

Der voreingestellte Wert ist 440 Hz. Um ihn zu verändern, tippen Sie auf die Kammerton-Zeile. Im folgenden Dialog können Sie durch Drehen der linken Auswahlräder eine Frequenz zwischen 400 Hz und 480 Hz mit bis zu zwei Nachkommastellen auswählen. Alternativ können Sie mit den rechten Auswahlrädern auch den Offset zum Standardkammerton 440 Hz in Cent angeben.

Wenn Sie zufrieden sind, tippen Sie auf den Rückwärtspfeil oben links.

Einstellen der Kammertonfrequenz

Wenn Sie unsicher sind, welchen Kammerton Sie wählen sollen, können Sie diese Einstellung auch zunächst überspringen. Sobald Sie sich mit pianoscope dann einen Eindruck über die momentane Stimmung des Klaviers verschafft haben, können Sie ihn jederzeit später auswählen.

Stimmstil

Mit der Wahl des Stimmstils legen Sie fest, welche langsam schwebenden Intervalle pianoscope möglichst rein stimmen soll. Es stehen folgende Stile zur Verfügung:

  • Ausgewogen

  • Oktaven rein

  • Oktavquinten rein

  • Quinten rein

  • Doppeloktavquinten rein

Die Standardeinstellung Ausgewogen strebt eine Balance aus möglichst reinen Oktaven und Oktavquinten an.

Der Stimmalgorithmus von pianoscope sucht für ein Instrument nach einer individuellen, möglichst optimalen Lösung. In dieser sind jedoch auch die bevorzugten Intervalle niemals völlig rein, sondern stets leicht temperiert. Dies liegt an der Natur der gleichschwebenden Stimmung und der Inharmonizität des Klaviers. Die bevorzuten Intervalle sind jedoch deutlich reiner als die nicht bevorzugten.

Um einen anderen Stimmstil auszuwählen, tippen Sie auf die entsprechende Zeile. Im folgenden Dialog wählen Sie die Zeile mit dem gewünschten Stil und tippen danach auf den Rückwärtspfeil oben links.

Auswahl des Stimmstils
In der Pro-Edition von pianoscope können Sie Intervalle noch deutlich feiner gewichten und die sich daraus ergebenden Abweichungen detailliert überprüfen. Siehe Stimmkurve.

Temperierung

Öffnen des Dialogs für die Temperierungen

Standardmäßig verwendet pianoscope zum Berechnen der Stimmkurve eine gleichstufige Temperierung. Wenn Sie eine andere verwenden möchten, tippen Sie auf die Zeile Temperierung. Im folgenden Dialog können Sie eine von circa 70 gängigen Temperierungen der älteren und neueren Geschichte auswählen oder eine eigene erstellen.

Liste mit Temperierungen

Die angebotenen Temperierungen sind in folgende Kategorien unterteilt:

Pythagoreisch

Diese Temperierungen bevorzugen reine Quinten.

Rein

Diese bevorzugen reine Quinten und Terzen.

Mitteltönig

Diese Temperierungen bevorzugen reine Terzen und sind in acht Tonarten spielbar.

Mitteltönig modifiziert

Abgemilderte Wolfintervalle erlauben es, in neun Tonarten zu spielen.

Wohltemperiert

Die Temperierungen erlauben es, mit Färbungen in allen Tonarten zu spielen.

Quasi gleichstufig

Historische Temperierungen, die sich der gleichstufigen Stimmung annähern, ohne Sie exakt zu erreichen.

Standardmäßig sind die Temperierungen innerhalb der Kategorien nach der Jahreszahl ihrer Veröffentlichung sortiert. Über das Mehr-Menü können Sie sie jedoch auch nach ihrem Namen ordnen.

Ändern der Sortierreihenfolge der Temperierungen

Wenn Sie am oberen Ende der Liste weiter nach unten wischen, erscheint ein Suchfeld. Geben Sie dort einen Suchbegriff ein, um den Inhalt der Liste entsprechend zu reduzieren.

Reduzierte Liste mit Suchbegriff

Um eine Temperierung auszuwählen, tippen Sie einfach auf die entsprechende Zeile. Ihre Auswahl wird durch einen roten Haken markiert.

Auswählen einer Temperierung

Wenn Sie sich für die Details einer Temperierung interessieren, tippen Sie auf das Informationssymbol am Ende einer Zeile. Der folgende Dialog enthält die Offsets, die pianoscope mit dieser Temperierung beim Berechnen der Stimmkurve verwendet.

Details einer Temperierung

Eigene Temperierungen

Wenn Sie eine eigene Temperierung erstellen möchten, gibt es dazu zwei Möglichkeiten:

Wählen Sie entweder den Punkt Neue Temperierung im Mehr-Menü aus, um eine Temperierung zu erstellen, in der sämtliche Offsets zunächst auf 0 Cents stehen.

Neue Temperierung

Oder wischen Sie auf der Zeile einer bestehenden Temperierung nach links und wählen den Punkt Duplizieren, um eine Kopie zu erstellen, deren Offsets Sie danach bearbeiten können.

Temperierung duplizieren

Vergeben Sie im folgenden Detail-Dialog einen Namen für Ihre neue Temperierung. Der Name darf dabei nicht der gleiche sein wie bei einer bereits existierenden Temperierung.

Vergeben eines Namens für eine neue Temperierung

Um einen Offset zu vergeben, tippen Sie auf die Zeile eines Tons. Im erscheinenden Dialog können Sie nun den gewünschten Centbetrag einstellen und mit den Pfeiltasten in der oberen rechten Ecke danach bequem zum nächsten Ton wechseln.

Einstellen des Temperierungs-Offsets

Wenn Sie alle Offsets vergeben haben, tippen Sie auf den Rückpfeil in der oberen linken Ecke. Ihre neue Temperierung erscheint nun am oberen Ende der Liste unter der Kategorie Eigene.

Eigene Temperierungen

Um eine eigene Temperierung wieder zu löschen, wischen Sie auf der entsprechenden Zeile nach links und wählen den Punkt Löschen.

Löschen einer Temperierung

Tonumfang

Sie können mit pianoscope auch Instrumente wie Cembalos und Spinette stimmen, die einen deutlich kleinerem Tonumfang als normale Klaviere besitzen. Stellen Sie dazu die unterste und oberste Note des Tonumfangs ein. pianoscope beachtet dann bei sämtlichen Berechnungen und in allen Ansichten nur die Töne aus diesem Bereich.

Einstellen des Tonumfangs
Einstellen des Tonumfangs

Erweiterte Basstöne (pro)

Manche Instrumente haben zusätzliche Basstöne unterhalb von A0, wie zum Beispiel einige Konzertflügel von Bösendorfer. Mit pianoscope pro können Sie auch diese Töne stimmen, indem Sie hier die tiefste Note auswählen.

Umfang eines Flügels mit erweiterten Basstönen

Zum Standard machen (pro)

Wenn Sie Instrumente häufig auf die selbe Weise stimmen, können Sie Ihre Einstellungen zum Standard für neue Dokumente machen. Stellen Sie dazu einfach die gewünschten Werte für Kammerton, Stimmstil, Temperierung und Tonumfung ein und tippen dann auf die Schaltfläche Zum Standard machen. Neue Dokumente erhalten von nun an automatisch diese Einstellungen.

Einstellungen zum Standard für neue Dokumente machen

Abschließen der Einstellungen

Wenn Sie mit allen Einstellungen zufrieden sind, tippen Sie auf die Schaltfläche Erstellen oben rechts. Damit erzeugen Sie ein neues Dokument mit den gewählten Einstellungen.

Abschließen der Einstellungen und Erstellen des Dokuments

Danach wird das Dokument automatisch geöffnet, und Sie gelangen in die Stimmansicht.

Verwalten von Dokumenten

Um die Dokumentenverwaltung erneut zu öffnen, tippen Sie auf das Dokumente-Symbol oben links in der Funktionsleiste.

Öffnen der Dokumentenverwaltung

In der folgenden Ansicht können Sie bestehende Dokumente verwalten. Zum Öffnen eines Dokuments tippen Sie einfach auf ein Dokumentensymbol. Zum Umbenennen, Bewegen, Duplizieren und Löschen, tippen und halten Sie ein Dokumentensymbol. Odner können Sie über das Mehr-Menü oben rechts erstellen.

Dokumentenverwaltung

Cloud-Speicher

Wenn Sie die selben Dokumente auf mehreren iPhones und iPads verwenden wollen, können Sie sie in einem Cloud-Speicher wie zum Beispiel iCloud Drive anlegen. Dazu tippen Sie zweimal auf den Zurück-Pfeil oben links und wählen danach die Zeile mit iCloud Drive aus. Sie können bestehende Dokumente auch dorthin bewegen.

iCloud Drive
Wenn Sie die Apps von Cloud-Drittanbietern wie Dropbox oder Box.com installieren, können Sie auch deren Speicherorte mit pianoscope nutzen.

Vermessen der Inharmonizität

Beim ersten Stimmen

Damit pianoscope eine Stimmung für ein Klavier berechnen kann, muss es die Inharmonizität aller Saiten und die relativen Intensitäten der wichtigsten Obertöne kennen. Beides vermessen Sie bei der ersten Stimmung eines Instruments in der Inharmonizitätsansicht. Wenn noch keine Messung vorhanden ist, bittet Sie die Stimmansicht, diese durchzuführen.

Aufforderung zum Vermessen der Inharmonizität

Öffnen über Menü

Wenn Sie die Inharmonizität bereits zuvor vermessen haben, können Sie die zugehörige Ansicht über den Punkt Inharmonizität im Mehr-Menü öffnen.

Menüpunkt zum Öffnen der Inharmonizitätsansicht
Die Ergebnisse der Inharmonizitätsmessung werden im Stimmdokument gesichert, so dass Sie für weiteren Stimmungen des gleichen Instruments nicht erneut messen müssen.

Ablauf der Messung

Standardmäßig bereitet pianoscope eine Messung für eine feine Stimmung vor und bittet Sie, alle Töne von A0 bis C7 für je eine Sekunde zu spielen. Der zu spielende Bereich ist auf der Klaviatur grau hinterlegt.

Vorbereiten einer feinen Inharmonizitätsmessung

Wenn Sie ein Instrument jedoch lediglich grob stimmen wollen, tippen Sie auf die Schaltfläche Feine Stimmung und wechseln im erscheinenden Menü auf eine Grobe Stimmung.

Umschalten auf grobe Inharmonizitätsmessung

pianoscope markiert für die grobe Messung nur alle As und Es der ersten sechs Oktaven.

Vorbereiten einer groben Inharmonizitätsmessung

Eine grobe Stimmung spart Ihnen Zeit, weil Sie lediglich eine Stichprobe von Tönen messen, aus denen pianoscope automatisch ein Modell aller anderen Töne erstellt. Eine grobe Messung bildet die Besonderheiten eines Instruments vor allem im Bassbereich nicht vollständig ab, ist jedoch für viele Zwecke ausreichend.

Wenn Sie häufig mit groben Stimmungen beginnen, können Sie diese Einstellung in der Pro-Edition von pianoscope auch zum Standard für neue Dokumente machen. Tippen Sie dazu erneut auf die Schaltfläche Grobe Stimmung und wählen im erscheinenden Menü den Punkt Zum Standard machen.

Grobe Stimmung zum Standard machen

Der folgende Messablauf ist für feine und grobe Stimmungen gleich.

Spielen Sie den ersten Ton A0 und halten ihn für eine Sekunde. Während der Ton klingt, füllt sich die aktuelle Taste langsam mit grüner Farbe.

Inharmonizität einer Note wird gemessen

Ist die ganze Taste grün, war die Messung erfolgreich und pianoscope fordert Sie auf, die nächste Taste zu spielen.

Aufforderung zum Messen der nächsten Note

Für jede erfolgreiche Messung wird im Diagramm ein Punkt eingezeichnet. Je weiter oben ein Punkt gezeichnet wird, desto höher ist die Inharmonizität. Die horizontalen grauen Linien stellen dabei jeweils einen Faktor zehn dar.

Wenn eine Taste um mehr als 50 Cent verstimmt ist, kann pianoscope nicht mehr automatisch erkennen, um welchen Ton es sich handelt. In diesem Fall müssen Sie die Automatische Tastenauswahl über die Funktionsleiste ausschalten und die jeweils zu messende Taste durch Tippen auf dem Bildschirm auswählen – falls sie nicht bereits ausgewählt ist.
Wenn ein Saitenchor deutlich in sich verstimmt ist, sollten Sie nur eine einzelne Saite klingen lassen und die anderen abdämpfen, um präzisere Ergebnisse zu erhalten. Leicht verstimmte Chöre können Sie jedoch zusammen vermessen.

Nachdem Sie die ersten Töne vermessen haben, berechnet pianoscope den erwarteten idealisierten Verlauf der Inharmonizität für alle Tasten. Je mehr Töne Sie vermessen, desto genauer bildet die dargestellte Kurve die Realität des Instruments ab.

Inharmonizitätsverlauf bei einer feinen Messung

Sie können eine Messung jederzeit durch Drücken des Pause-Symbols in der Funktionsleiste oben links unterbrechen. Zum Fortsetzen drücken Sie den Schalter erneut.

Während der Messung der Inharmonizität einer Saite ermittelt pianoscope gleichzeitig die relative Intensität der jeweils ersten zehn Obertöne. Die dabei gemessenen Werte werden in der Inharmonizitätsansicht jedoch nicht angezeigt, sondern erscheinen als Farbverläufe der Abweichungskurven in der Stimmkurvenansicht.

Wenn Sie sich für eine grobe Messung entschieden haben, können Sie zusätzlich zu den geforderten Tönen jederzeit beliebige andere Noten spielen. Sie müssen sich dabei auch nicht an die von pianoscope vorgegebene Reihenfolge halten. In diesem Beispiel wurde der Bassbereich feiner vermessen, der Tenor und Diskant jedoch nur mit Stichproben.

Inharmonizitätsverlauf mit feinen Messungen nur im Bassbereich

Ausreißer erneut messen

Sie können das Messen eines Tons jederzeit wiederholen, auch wenn pianoscope Sie bereits auffordert, den nächten Ton zu spielen. Wenn die dargestellte Inharmonizität eines Tons stark von der idealisierten Kurve abweicht, kann dies an einem schlecht ausgeglichenen Klavier oder an einer fehlerhaften Messung, zum Beispiel wegen eines störenden Hintergrundgeräuschs liegen. Wiederholen Sie die Messung, wenn pianoscope Sie wie in diesem Beispiel dazu auffordert.

Eine fehlerhafte Messung sollte wiederholt werden

Es kann passieren, dass pianscope einen Wert als Ausreißer markiert, den Sie jedoch für korrekt halten. Wählen Sie in diesem Fall den Wert aus und tippen auf den grünen Haken, damit pianoscope ihn dauerhaft akzeptiert.

Löschen von Messpunkten

Sie können jederzeit einzelne Messpunkte durch Tippen auswählen und sie dann mit dem roten X löschen. Wenn sie den Finger länger auf dem X halten, erscheint ein Menü, das Ihnen erlaubt, sämtliche Messwerte auf einmal zu löschen.

Beenden der Messung

Wenn Sie alle erforderlichen Töne eingespielt haben und Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, kehren Sie durch Tippen auf den Schalter Fertig oben rechts zur Stimmansicht zurück.

Inharmonizitätsverlauf nach einer feinen Messung

Anzeige der Tonhöhen (pro)

Während der Messung der Inharmonizitäten ermittelt pianoscope auch gleichzeitig die aktuellen Tonhöhen. Um diese darzustellen, wischen Sie einfach im Diagramm mit dem Finger nach oben oder unter.

Wechseln zur Tonhöhendarstellung während der Messung der Inharmonizität

Nach einer Stimmung erscheinen in dieser Darstellung auch die wirklichen Tonhöhen der bereits gestimmten Saiten.

Durch erneutes Wischen gelangen Sie wieder zurück zur Anzeige der Inharmonizitäten. Während der Messungen können beliebig zwischen beiden Ansichten hin- und herwechseln.

Kurveneinstellungen

Aus den Inharmonizitätswerten der gemessenen Töne konstruiert pianoscope eine idealisierte Kurve, aus der es die Inharmonizitäten der anderen Tasten ableitet. Für die gemessenen Töne verwendet es standardmäßig die direkten Messwerte. Über das Mehr-Menü können Sie die insgesamt resultierende Kurve anzeigen, die pianoscope für die Berechnung der Stimmung verwenden wird.

Resultierende Inharmonizitätskurve

Wenn die gemessenen Inharmonizitäten viele Sprünge aufweisen, wird die von pianoscope erechnete Stimmkurve ebenfalls Sprungstellen enthalten, die die Stimmung an die Besonderheiten des Instruments anpassen. Wenn Sie glattere Stimmkurven bevorzugen, kann pianoscope auch alternativ einen Mittelwert aus gemessener und idealisierter Inharmonizität verwenden. Hierzu wählen Sie den Punkt Gewichtung im Mehr-Menü. Im folgenden Dialog können Sie über den Schieberegler die gewünschte Gewichtung einstellen.

Gewichtung der Inharmonizitätsmesswerte

Stimmansicht

Die Stimmansicht hilft Ihnen, die von pianoscope ermittelte Stimmung auf das Instrument zu übertragen. Sie erkennt dabei automatisch, welchen Ton Sie spielen und zeigt Ihnen an, wie weit die Tonhöhe der momentan klingenden Saite vom ihrem berechneten Ziel entfernt ist.

Die Teile der Stimmansicht
  1. Name der ausgewählten Taste

  2. Berechnete Zielfrequenz für die ausgewählte Taste

  3. Zeigerdarstellung der Abweichung des momentan klingenden Tons von der Zielfrequenz in Cent

  4. Frequenz des momentan klingenden Tons

  5. Stroboskopdarstellung der Abweichung von der Zielfrequenz

  6. Ausgewählte Taste

  7. Modus für die Automatische Tastenauswahl

Automatische Tastenauswahl

In der Standardeinstellung erkennt pianoscope, welchen Ton Sie gerade spielen und wählt die entsprechende Taste automatisch in der Stimmansicht aus. Dies ist jedoch nicht immer erstrebenswert. Deshalb bietet pianoscope verschiedene Einstellungen an. Das zweite Symbol von rechts in der Funktionsleiste zeigt den momentan aktiven Modus für die automatische Tastenauswahl an. Wenn Sie auf das Zeichen tippen, erscheint ein Menü, über das Sie diese Einstellung ändern können.

Automatische Tastenauswahl
Gesamter Tonumfang

Bei jedem erkannten Ton wechselt die Auswahl automatisch

Chromatisch aufsteigend

Die Auswahl wechselt nur, wenn der gespielte Ton einen Halbton oberhalb der momentan ausgewählten Taste liegt.

Chromatisch absteigend

Die Auswahl wechselt nur, wenn der gespielte Ton einen Halbton unterhalb der momentan ausgewählten Taste liegt.

Chromatisch auf- und absteigend

Die Auswahl wechselt nur, wenn der gespielte Ton einen Halbton oberhalb oder unterhalb der momentan ausgewählten Taste liegt.

Aus

Die Auswahl wechselt nie automatisch, sondern nur durch Tippen auf die Bildschirmklaviatur.

Die chromatischen Einstellungen sind hilfreich, wenn Sie beim Stimmen andere Saiten zum Vergleich heranziehen möchten. Auch bei störenden Hintegrundgeräuschen können sie verhindern, dass die Auswahl ungewollt springt.

In allen Einstellungen können Sie die Auswahl stets auch durch Tippen auf die Bildschirmklaviatur wechseln.

Auch durch Tippen auf den linken oder rechten Teil der Skala können Sie zu einer benachbarten Taste einen Halbton höher oder tiefer wechseln. Wenn Sie wischen, wechseln Sie mit Oktavabstand.
Wenn ein Ton stärker als 50 Cent verstimmt ist, kann die automatische Tastenauswahl nicht funktionieren. In diesem Fall müssen Sie sie auf Aus stellen.

Klaviaturgröße

Die Größe der Bildschirmklaviatur können Sie durch Zusammen- und Auseinanderbewegen von Daumen und Zeigefinger (Pinch) stufenlos verändern.

Zeigerdarstellung

Die Skala mit dem roten Zeiger stellt die Abweichung des momentan klingenden Tons von seiner Zielfrequenz in Cent dar. Das Ziel – die Null – liegt dabei in der Mitte. Ist der Zeiger links davon, ist der Ton zu tief, auf der rechten Seite ist er zu hoch.

Zeigerdarstellung, Ton zu tief

Die Skala ist dabei nicht linear: Je näher der Zeiger der Mitte ist, desto sensibler reagiert er auf Änderungen der Tonhöhe. Im Bereich direkt um die Null, liegt die Auflösung bei unter 0,05 Cent, im Außenbereich bei etwa 2 Cent. Wenn Sie die Abweichung auch als Text darstellen möchten, können Sie dies in den Einstellungen aktivieren. Sie erscheint dann unterhalb des Zeigers.

Zeigerdarstellung, Ton am Ziel

Stroboskop

Über die Einstellungen im Mehr-Menü können Sie das Stroboskop aktivieren, welches ebenfalls die Abweichung des momentan klingenden Tons von der Zieltonhöhe darstellt. Seine Bewegung imitiert die Schwebung zweier gleichzeitig klingender Saiten. Läuft es nach links, ist der Ton zu tief. Läuft es nach rechts, ist er zu hoch – je schneller, desto stärker. Kommt es zur Ruhe, haben Sie das Stimmziel erreicht. Die Bewegung des Stroboskops lässt sich auch aus dem Augenwinkel erkennen, so dass Sie nicht dauerhaft den Bildschirm fokussieren müssen.

Stimmansicht mit Skala und Stroboskop

Wenn Sie es aufgeräumt mögen, können Sie das Stroboskop auch ohne Skala und Zeiger darstellen. In dieser Darstellung können Sie sich ohne Ablenkung rein auf die Bewegung des Stroboskops konzentrieren.

Stimmansicht nur mit Stroboskop

Überprüfen des Kammertons

In der Grundeinstellung zeigt die Stimmansicht die Frequenz des momentan klingenden Tons lediglich beim Spielen eines A4 an. Dies ist hilfreich, um beim Beginn einer Stimmung zu entscheiden, welche Kammertonfrequenz für ein Instrument geeignet ist. In den Einstellungen können Sie das Anzeigen der momentanen Frequenz auch für alle anderen Töne aktivieren.

Frequenzanzeige zum Überprüfen des Kammertons
Wenn Sie sich ein komplettes Bild über die momentane Stimmung des gesamten Instruments verschaffen wollen, können Sie auch die grafische Darstellung der Hochziehen-Funktion verwenden.

Ablauf des Stimmens

Bevor Sie mit dem Stimmen beginnen, stellen Sie sicher, dass Sie in den Einstellungen den für Sie passenden Stimmstil ausgewählt haben.
In pianoscope pro können Sie vor dem Stimmen noch die berechnete Stimmkurve und die Abweichungskurven verschiedener Intervalle überprüfen und verändern.
Wenn das Instrument um mehr als 10 Cent verstimmt ist, kann es sich lohnen, das automatische Hochziehen zu verwenden.

Da pianoscope die Inharmonizität aller Saiten kennt und immer eine komplette Stimmung berechnet, können Sie die Töne in beliebiger Reihenfolge stimmen. Eine Ausnahme ist das automatische Hochziehen, bei dem Sie streng von unten nach oben vorgehen müssen.

Bei mehrchörigen Saiten sollten Sie jeweils eine erste Saite des Chors mit pianoscope stimmen, während die anderen gedämpft sind. Die anderen Saiten stimmen Sie dann nach Gehör. Im Grunde ist pianoscope mit einer Genauigkeit von über 0,01 Cent präzise genug, dass Sie auch die restlichen Chorsaiten über die Anzeige stimmen könnten. Sie haben jedoch mehr Kontrolle über den Klang und die Ausklingdauer eines Chores, wenn Sie dafür Ihr Gehör verwenden.

Teiltonspektrum (pro)

Bei Bedarf können Sie oberhalb der Klaviatur zusätzlich die relativen Stärken der ersten zehn Teiltöne anzeigen lassen. Sie aktivieren dies über die allgemeinen Einstellungen

Das Teiltonspektrum zeigt die relativen Stärken der ersten zehn Teiltöne

Jeder der orangenen Balken stellt dabei einen Teilton dar. Der Balken mit der Nummer 1 ist für den Grundton und die Nummern 2-10 für die jeweiligen Obertöne. Die Stärken eventuell vorhandener weiterer Teiltöne mit höheren Nummern werden nicht angezeigt. Die horizontale Position der Balken repräsentiert die musikalische Tonhöhe der Teiltöne. Die vertikale Höhe stellt jedoch keine absolute Intensität, sondern lediglich die relativen Stärken der einzelnen Teiltöne zueinander dar.

Instrument-Einstellungen

Über das Mehr-Menü können Sie auch jederzeit erneut die Instrument-Einstellungen öffnen.

Instrument-Einstellungen über Menu öffnen

Der Dialog enthält die gleichen Einstellungen, die Sie schon vom Anlegen des Stimmdokuments kennen.

Allgemeine Einstellungen

Über das Mehr-Menü öffnen Sie auch den Dialog für die allgemeinen Einstellungen. Diese betreffen die gesamte App und sind unabhängig vom gerade geöffneten Stimmdokument.

Menüpunkt zum Öffnen der Einstellungen
Allgemeine Einstellungen

Die Stimmansicht kann die Abweichung der momentanen Tonhöhe von der Zielfrequenz auf zwei verschiedene Weisen darstellen: Als Cent-Skala mit Zeiger und als bewegtes Stroboskop. Hier können Sie Einstellungen für beide Darstellungsweisen vornehmen.

Zeiger

Mit dem Hauptschalter können Sie die Zeigerdarstellung an- und ausschalten. Wenn Sie sie deaktivieren, ist nur die Stroboskopdarstellung aktiv.

Einstellungen für Zeigerdarstellung

Reaktionsverhalten

Wählen Sie unter Reaktionsverhalten, wie schnell der Zeiger auf Änderungen in der Tonhöhe beim Stimmen reagiert. Mit einer schnelleren Einstellung können Sie zügiger stimmen, die Anzeige ist jedoch auch unruhiger. Die Standardeinstellung ist mittel.

Wahl des Reaktionsverhaltens für Zeigerdarstellung

Breite

Wählen Sie die Breite des Zeigers in der Stimmansicht. Mit der dünnen Breite können Sie die momentane Tonhöhe sehr fein ablesen.

Wahl der Zeigerbreite

Wenn Sie das Gerät weiter entfernt platzieren oder schwächere Augen haben, kann es sinnvoll sein, die dicke Breite zu wählen.

Stimmen mit breitem Zeiger

Schwellwert (pro)

Standardmäßig werden Zeiger und Stroboskop immer gleichzeitig dargestellt, wenn beide Darstellungsweisen aktiviert sind. Sie könnnen jedoch auch einen Schwellwert für die Abweichung angeben, oberhalb dessen der Zeiger erst angezeigt wird. Die umgekehrte Einstellung gibt es auch für das Stroboskop. Damit können Sie zum Beispiel erreichen, dass der Zeiger nur sichtbar ist, wenn Sie weit vom Stimmziel entfernt sind und das Stroboskop erst sichtbar wird, wenn Sie nahe am Ziel sind.

Einstellung des Zeiger-Schwellwerts

Skala (pro)

Einstellungen für Umfang und Sichtbarkeit der Skala
Umfang

Wählen Sie für den Wertebereich der Skala zwischen zwei Einstellungen:

±50 ¢

Die Skala zeigt Werte von -50 bis +50 Cents. Wenn beim Hochziehen ein Überziehen von mehr als 50 Cents benötigt wird, schaltet die Skala kurzfristig automatisch auf einen Umfang von -100 bis +100 Cents um.

±100 ¢

Die Skala zeigt Werte von -100 bis +100 Cents. Auf iPhones mit sehr kleinen Bildschirm umfasst die Skala in der Portraitausrichtung nur die Werte von -80 bis +80.

Durch eine Pinch-Geste mit zwei Fingern innerhalb der Skala können Sie den Umfang auch während des Stimmens direkt ändern.
Sichtbarkeit

Für die Sichtbarkeit der Skala können Sie zwischen drei Einstellungen wählen:

Zeigen

Die Skala ist immer sichtbar.

Verbergen

Die Skala ist nicht sichtbar. Es wird lediglich ein Strich für die Null dargestellt.

Stimmansicht ohne Skala
Automatisch

Wenn Sie einen Schwellwert für den Zeiger angegebenen haben, wird die Skala zusammen mit ihm ein- und ausgeblendet.

Wenn Sie den Zeiger deaktiviert haben, wird die Skala unabhängig von dieser Einstellung nicht dargestellt.

Textuelle Tonhöhenanzeige

Die Stimmansicht kann am unteren Ende des Tonhöhenzeigers weitere textuelle Informationen anzeigen. Hier stehen die momentane Frequenz des gerade gestimmten Tons in Hertz und die Abweichung von der Zielfrequenz in Cent zur Verfügung.

Für beide Werte können Sie unabhängig auswählen, ob sie für jeden Ton angezeigt werden sollen oder nur beim Stimmen des Kammertons A4. Die Standardeinstellung zeigt nur die Frequenz beim Stimmen des Kammertons.

Einstellungen für textuelle Tonhöhenanzeige

Stroboskop

Mit dem Hauptschalter können Sie das Stroboskop an- und ausschalten. Wenn Sie es deaktivieren, ist nur die Zeigerdarstellung aktiv.

Einstellungen für Stroboskop

Reaktionsverhalten

Wie bei der Zeigerdarstellung können Sie auch für das Reaktionsverhalten des Stroboskops zwischen den Werten schnell, mittel und langsam wählen. Der Standardwert ist schnell.

Kontast & Kontur

Wählen Sie wie stark sich das Stroboskop vom Hintergrund der Skala abhebt. Die Standardeinstellung ist mittel.

Kontrasteinstellung für Stroboskop

Bestimmen Sie mit der Kontur-Einstellung, ob die Ränder des Stroboskops weichgezeichnet werden. Die Standardeinstellung ist weich.

Kontoureinstellung für Stroboskop

Dieses Beispiel zeigt das Stroboskop mit sehr hohem Kontrast und scharfen Kanten:

Stroboskop mit sehr hohem Kontrast und scharfen Kanten

Anzahl Blöcke

Wenn Ihr Stimmhammer aus manchen Winkeln den Blick auf den Bildschirm verdeckt, können Sie die Anzahl der bewegten Stroboskopblöcke auf bis zu fünf erhöhen. Damit erkennen Sie die Bewegung des Stroboskops, auch wenn nur ein Teil des Bildschirms sichtbar ist.

Stroboskop mit fünf Blöcken

Schwellwert (pro)

Standardmäßig werden Zeiger und Stroboskop immer gleichzeitig dargestellt, wenn beide Darstellungsweisen aktiviert sind. Sie könnnen jedoch auch einen Schwellwert für die Abweichung angeben, unterhalb dessen das Stroboskop erst angezeigt wird. Die umgekehrte Einstellung gibt es auch für den Zeiger. Damit können Sie zum Beispiel erreichen, dass der Zeiger nur sichtbar ist, wenn Sie weit vom Stimmziel entfernt sind und das Stroboskop erst sichtbar wird, wenn Sie nahe am Ziel sind.

Einstellung des Stroboskop-Schwellwerts

Ziel

Wählen Sie, wie Sie die Tonhöhe des momentan ausgewählten Stimmziels darstellen möchten. Diese wird in der Stimmansicht stets unterhalb des roten Notennamens angezeigt.

Darstellung der Zieltonhöhe

Folgende Einstellungen sind möglich:

Kein

Das Stimmziel wird nicht angezeigt.

Hertz

Die Zielfrequenz des ersten Teiltons wird absolut in Hertz angezeigt.

Cents

Das Ziel wird in Cents als Abweichung von einer gleichschwebenden Stimmung dargestellt.

Hertz & Cents

Es erscheinen gleichzeitig Werte in Hertz und Cents.

Notennamen

Die Art, Noten zu bezeichnen, unterscheidet sich in verschiendenen Ländern. pianoscope verwendet standardmäßig diejenige Bezeichnungsweise, die in der Region am üblichsten ist, die in Ihrem iPhone oder iPad ausgewählt ist.

In den Einstellungen für die Notennamen können Sie jedoch auch frei wählen, wie die Stammtöne und Oktavnummern dargestellt werden sollen.

Einstellungen für Notennamen

Klaviatur (pro)

Standardmäßig wird am unteren Rand der Stimmansicht eine Klaviatur dargestellt, die den momentan gestimmten Ton anzeigt. Wenn Sie die Automatische Tastenauswahl ausgeschaltet haben, wechseln Sie durch Tippen auf die Klaviatur auch die aktuelle Note. Wenn Ihnen die Wischgesten zum Wechseln des Tons ausreichen, können Sie die Klaviatur über den Schalter ausblenden.

Klaviatureinstellungen
Sie können die Klaviatur in der Stimmansicht jederzeit durch Doppeltippen auf den roten Notennamen ein- und ausblenden.
Ein- und Ausblenden der Klaviatur durch Doppeltippen auf Notennamen

Teiltonspektrum (pro)

Aktivieren Sie den Schalter für das Teiltonspektrum, um in der Stimmansicht oberhalb der Klaviatur die relativen Stärken der ersten zehn Teiltöne anzuzeigen.

Ein- und Ausblenden des Teiltonspektrums
Das Teiltonspektrum ist nur sichtbar, wenn auch die Klaviatur aktiviert ist.

Kopfzeile (pro)

Wenn Sie viele verschiedene Instrumente stimmen, kann es hilfreich sein, den gewählten Kammerton, den Stimmstil oder die Temperierung immer im Auge zu haben. Hierzu können Sie sich die Einstellungen des aktuellen Instruments im Kopfbereich der Stimmansicht anzeigen lassen.

Wählen Sie für die linke und rechte Seite des Kopfbereichs jeweils bis zu drei Felder aus. Tippen Sie dazu auf die Zeile Feld hinzufügen für die gewünschte Seite.

Konfigurieren der Kopfzeile der Stimmansicht

Es erscheint eine Liste der verfügbaren Felder. Tippen Sie auf eine Zeile, um das entsprechende Feld auszuwählen.

Verfügbare Kopfzeilenfelder

iPhones verbergen in allen Apps im Querformat die allgemeine System-Statuszeile. Damit Sie beim Stimmmen mit pianoscope trotzdem Zeit und Batterieladung im Auge behalten können, stehen Ihnen auf iPhones die Felder Batterieladung und Uhrzeit zur Verfügung. Wenn Sie diese auswählen, erscheinen sie in der Kopfzeile der Stimmansicht, sobald Sie im Querformat arbeiten.

Wenn Sie mehrere Felder ausgewählt haben, können Sie sie auch nachträglich anders anordnen. Tippen und halten Sie dazu den Anfasser am rechten Ende einer Zeile, und ziehen Sie sie dann an die gewünschte Position.

Anordnen der Kopfzeilenfelder

Um ein Kopfzeilenfeld wieder zu entfernen, wischen Sie auf der entsprechenden Zeile nach links und wählen die Schaltfläche Löschen.

Löschen eines Kopfzeilenfelds

Sobald Sie die Einstellungen verlassen, erscheinen die gewählten Felder im Kopfbereich der Stimmansicht. Hersteller und Modell erscheinen jedoch nur, wenn sie für diese auch Werte in den Einstellungen des gerade aktiven Instruments hinterlegt haben.

Wenn Sie auf einen der Texte im Kopfbereich tippen, öffnet sich ein Dialog, in dem Sie die entsprechende Einstellung direkt anpassen können.

Kopfzeile der Stimmansicht
Während der 14-tägigen Testphase erscheint im Kopfbereich automatisch die verbleibende Testzeit, unabhängig von Ihren Einstellungen.

Kalibrierung (pro)

Hier können Sie die absolute Tonhöhenmessung in pianoscope gegen eine externe Referenzquelle abgleichen. Die Audio-Hardware von modernen iPhones und iPads ist jedoch so gut, dass eine Kalibrierung in der Regel nicht nötig ist. In unseren Tests sind uns bislang nur wenige Geräte begegnet, deren absolute Frequenzmessung um einige zehntel Cents abwich.

Für den Normalgebrauch ist die absolute Frequenzgenauigkeit auch eher unwichtig, da der wahrgenommene Klang einer Klavierstimmung nur von den relativen Frequenzverhältnissen abhängt. Die absolute Genauigkeit ist nur wichtig, wenn Präzision für das Zusammenspiel mit anderen fest gestimmten Instrumenten gefragt ist.

Um pianoscope zu kalibrieren, benötigen Sie eine verlässliche, externe Tonquelle mit bekannter Frequenz. Standardmäßig erwartet die Kalibrierungsansicht einen Ton mit 440 Hz. Durch Tippen auf die Zahl können Sie jedoch auch andere Frequenzen einstellen.

Wahl der Frequenz der externen Tonquelle

Sobald Sie die externe Tonquelle starten, erscheint ein roter Zeiger, der angibt, wie stark die gemessene Frequenz von der eingestellten abweicht. Zum Kalibrieren bewegen Sie den Schieberegler so lange vorsichtig hin und her, bis der Zeiger in der Skala auf der Null steht.

Kalibrieren gegen eine externe Referenzquelle

Sprache ändern

Die Benutzerschnittstelle von pianoscope unterstützt folgende Sprachen:

  • Deutsch

  • Englisch

  • Französisch

  • Italienisch

  • Polnisch

  • Russisch

pianoscope wählt aus ihnen standardmäßig diejenige Sprache, die sich als erstes in der Liste der bevorzugten Systemsprachen befindet. Diese Liste finden Sie in der Einstellungen-App Ihres iPhones oder iPads unter Allgemein > Sprache & Region.

Einstellung der Systemsprache

Standardmäßig enthält diese Liste nur eine Sprache. Sie können über den Punkt Andere Sprachen … jedoch jederzeit weitere hinzufügen und sie in eine bevorzugte Reihenfolge bringen.

Bevorzugte Sprachreihenfolge

Wenn diese Liste mehr als eine Sprache enthält, können Sie sogar für jede App auf Ihrem Gerät individuell eine gewünschte Sprache einstellen, auch für pianoscope unter Einstellungen-App > pianoscope > Sprache.

Einstellung der Anwendungssprache

Mit dem Punkt Sprache ändern… können Sie auch von den Einstellungen in der pianoscope-App aus direkt zur Systemspracheinstellung wechseln.

Wechseln zur Einstellungen-App, um die Anwendungssprache zu ändern

Auf Werkseinstellungen zurücksetzen

Mit dieser Funktion setzen Sie die allgemeinen Einstellungen zurück auf Standardwerte. Die Instrumenteinstellungen für das gerade geöffnete Stimmdokument werden davon nicht beeinflusst.

Stimmkurve (pro)

Öffnen über Menü

Über den Punkt Stimmkurve im Mehr-Menü öffnen Sie die Stimmkurvenansicht.

Öffnen der Stimmkurvenansicht

Grafische Darstellung

Aus dem gewählten Stimmstil und der gemessenen Inharmonizität berechnet pianoscope für jedes Instrument eine individuelle Stimmung. In dieser Ansicht wird das Ergebnis dieser Berechnung grafisch als sogenannte Stimmkurve oder Railsback-Kurve dargestellt.

Die Stimmkurve

Die Kurve zeigt für jeden Ton in Cents wie sehr die berechnete Tonhöhe von einer gleichschwebenden Stimmung abweicht. Da der Kammerton fest vorgegeben ist, liegt er immer auf der Nulllinie. Am Kurvenverlauf erkennt man anschaulich, wie stark pianoscope eine Stimmung spreizen muss, um die Inharmonizität eines Instruments auszugleichen.

Tippen Sie auf eine Taste auf der Bildschirmklaviatur, um den genauen Wert für Tonhöhe und Abweichung eines Tons anzuzeigen.

Die Breite der Kurvendarstellung können Sie durch Zusammen- und Auseinanderbewegen von Daumen und Zeigefinger (Pinch) stufenlos verändern.

Sprünge und Unebenheiten im Verlauf der Inharmonizitätskurve schlagen sich auch in der Stimmkurve nieder, wie in diesem Beispiel.

Unebener Inharmonizitätsverlauf
Sprünge in der Stimmkurve wegen unebenem Inharmonizitätsverlauf
Mit den Kurveneinstellungen der Inharmonizitätsansicht können Sie bei Bedarf die Stimmkurve glätten.

Stimmstile

Durch Tippen auf die Schaltfläche Stile in der Funktionsleiste links oben öffnen Sie die Liste mit den Stimmstilen.

Öffnen der Liste mit den Stimmstilen

Die hier angezeigten Grundstile sind diesselben, wie in den Instrument-Einstellungen.

Liste mit Stimmstilen

Auswahl eines Stils

Tippen Sie auf die Zeile eines Stils, um ihn zu aktivieren. pianoscope berechnet umgehend die Stimmkurve für den gewählten Stil. Die bisherige Kurve wird Ihnen zum Vergleich in grau dargestellt.

Vergleich von Stimmkurven

Anlegen eigener Stile

Wenn Sie einen eigenen neuen Stimmstil anlegen möchten, tippen Sie auf das Plussymbol oberhalb der Stilliste.

Anlegen eines neuen Stimmstils

Danach vergeben Sie einen Namen für den neuen Stil.

Vergeben eines Namens für den neuen Stimmstil

Wenn Sie auf Erstellen tippen, wird eine Kopie des zuvor ausgewählten Stils unter dem neuen Namen erstellt. Er erscheint nun im Bereich Eigene Stile am unteren Ende der Liste.

Eigene Stimmstile

Sichern und Zurücksetzen von Änderungen

Sie können alle Stimmstile bearbeiten, auch die Grundstile. Siehe Intervallgewichte. Ein veränderter Stil wird in der Liste mit dem grauen Text Bearbeitet markiert.

Anzeige, dass ein Stil bearbeitet wurde

Wenn Sie einen Stil bearbeitet haben und danach einen anderen auswählen, fragt Sie pianoscope, was Sie mit den Änderungen machen wollen.

Dialog für Änderungen an einem Stil

Sie können die Änderungen nun verwerfen, sichern oder als neuen Stil speichern. Alternativ können Sie Änderungen auch zurücksetzen, indem Sie auf auf einer bearbeiteten Stilzeile nach links wischen und danach Änderungen verwerfen antippen.

Verwerfen von Änderungen durch Wischen nach links

Löschen von Stilen

Eigene Stile können Sie auch wieder löschen, indem Sie auf der zurgehörigen Zeile nach links wischen und danach Löschen antippen.

Löschen eines eigenen Stils

Intervallgewichte

Um einen ausgewählten Stil zu bearbeiten, tippen Sie auf ⓘ am rechten Ende der Zeile.

Bearbeiten eines Stimmstils

Es erscheint eine Liste der langsam schwebenden Intervalle, die pianoscope beim Berechnen der Stimmung beachtet.

Intervalle, die beim Berechnen der Stimmung beachtet werden

Wenn Sie zur Stilliste zurückkehren möchten, tippen Sie auf den roten Pfeil oben links. Die Prozentzahlen neben den Intervallen, geben an, wie sehr pianoscope die Reinheit des entsprechenden Intervalls anstrebt. Intervalle mit höheren Gewichten werden bevorzugt gegenüber den Intervallen mit niedrigeren Prozenten.

Wenn Sie die Gewichtung eines Intervalls verändern möchten, tippen Sie auf eine Prozentzahl. Es erscheint ein Schieberegler, mit dem Sie sie anpassen können. Der höchste mögliche Wert ist 100% und der niedrigste 1%.

Verändern eines Intervallgewichts

Extra-Spreizung

Standardmäßig ergibt sich die Spreizung der berechneten Stimmung aus den eingestellten Intervallgewichten und der Inharmonizität des Instruments. Mit den Einstellungen für Extra-Spreizung am Ende der Liste können Sie sie noch unabhängig verstärken.

Extra Streckung für die Stimmkurve

Durch Antippen der roten Zahl können Sie einstellen, um wieviel Cent pro Oktave sie den Bass- und Diskant zusätzlich spreizen möchten.

Standardmäßig beginnt die Extra-Streckung im Bass bei A2 und im Diskant bei C6. Wenn Sie dies ändern möchten, tippen Sie auf die Zeile für Bass oder Diskant, und ändern Sie die entsprechende Note in der darauf folgenden Liste.

Details für extra Streckung der Stimmkurve

Wirkliche Tonhöhen anzeigen

Wenn Sie das Instrument bereits einmal mit pianoscope gestimmt haben, können Sie die zuletzt gestimmten Tonhöhen als Punkte einblenden und mit der berechneten Stimmkurve vergleichen. Wählen Sie dazu den Punkt Wirkliche Tonhöhen aus dem Mehr-Menü.

Wirkliche Tonhöhen anzeigen

Wenn Sie das Instrument noch nicht gestimmt haben, erscheinen hier die Tonhöhen aus der Messung der Inharmonizität.

Obertonkombinationen

Um die einzelnen Obertonkombinationen eines Intervalls separat zu gewichten, tippen Sie auf eine Intervallzeile. Auf der linken Seite erscheint eine Liste der möglichen Teiltonkombinationen samt ihrer Gewichte. Auch diese können Sie durch Anwählen der Prozentzahlen verändern.

Verändern eines Intervallgewichts
Was bedeutet zum Beispiel ein hohes Gewicht auf einer 4:2-Oktave? Beim Berechnen dieser Stimmung wird versucht, Oktaven möglichst rein zu stimmen. Dies gelingt aber nicht für alle Teiltöne eines klingenden Intervalls gleichermaßen. In diesem Beispiel achtet pianoscope besonders auf die Schwebung zwischen dem vierten Teilton des unteren Tons aller Oktavintervalle mit dem zweiten Teilton des oberen Intervalltons.

Die Gewichtsvorgaben für verschiedene Intervalle und Obertonkombinationen gelten nicht über den gesamten Tonbereich. Je dunkler die Abweichungskurven in dem Diagramm auf der rechten Seite sind, desto stärker wirkt ein Intervallgewicht in diesem Bereich. Gewichte auf 8:4-Oktaven wirken in diesem Beispiel hauptsächlich im Bassbereich, die für 2:1-Oktaven eher im Tenor und Diskant. Der genaue Verlauf ist individuell für jedes Instrument und ergibt sich aus den Stärken der ersten zehn Obertöne, die zusammen mit der Inharmonizität gemessen werden.

Verschiedene Obertonintervalle wirken sich somit auch unterscheidlich auf die Spreizung der Stimmkurve aus. Ein hohes Gewicht auf einer 2:1-Oktave zum Beispiel reduziert die gesamte Spreizung wohingegen ein hohes Gewicht auf einer 10:5-Oktave besonders die Spreizung im Bass verstärkt.

Auswählen einer einzelnen Obertonkombination

Wenn Sie auf die Zeile einer Obertonkombination tippen, reduziert sich die grafische Anzeige auf eine einzelne Abweichungskurve.

Fortgeschrittene Intervalleinstellungen

Die Tabelle auf der linken Seite zeigt folgende Werte:

Gewicht

Dies ist das relative Gewicht des Intervalls wie es auch im vorherigen Dialog eingestellt wurde.

Maximum

Der Ton, an dem das Intervall am stärksten gewichtet wird. Es entspricht der Stelle, an der die Tönung der Kurve am dunkelsten ist.

Abweichungskurven

Wenn Sie in der linken Liste ein Intervall auswählen, erscheinen auf der rechten Seite die sogenannten Abweichungskurven. Sie zeigen an, wie stark die Frequenzen der jeweiligen Obertöne im Intervall voneinander abweichen. Je näher eine Kurve an der Nulllinie ist, desto schwebungsfreier klingen die entsprechenden Teiltöne in diesem Bereich. Die Abweichungen werden in den Kurven jeweils dem unteren Ton eines Intervalls zugeordnet.

Abweichungskurven für verschiedene Teiltonkombinationen der Oktaven

In diesem Beispiel erkennt man, dass die 4:2-Oktaven in ihrem Hauptbereich nahezu rein gestimmt sind, während die 2:1-Oktaven um etwa 2 Cent größer sind.

Während Sie die Gewichte eines Intervalls ändern, passen sich die Abweichungskurven live an, so dass sie die Auswirkung direkt beurteilen können.

Um die Abweichungskurven von mehreren Intervallarten gleichzeitig anzuzeigen, wischen Sie auf der gewünschten Zeile in der Intervallliste nach links und wählen Abweichungen zeigen.

Wischen um Abweichungskurven für mehrere Intervallarten anzuzeigen

Der Intervallname wird danach fett dargestellt und die ausgewählten Kurven bleiben stets sichtbar, auch wenn Sie in die Ebene anderer Intervalle wechseln. Um die Kurven wieder zu verbergen, wischen Sie erneut nach links und wählen Abweichungen verbergen.

Abweichungskurven für mehrere Intervallarten

Stimmkurve zeigen

Wenn Sie zusätzlich zu den Abweichungskurven auch gerne die gesamte Stimmkurve sehen möchten, wählen Sie den Punkt Stimmkurve zeigen aus dem Mehr-Menü.

Einblenden der Stimmkurve zu den Abweichungskurven

Da die Spreizung der Stimmkurve viel stärker ist als die Abweichungen in den einzelnen Intervallen, hat sie in dieser Ansicht eine eigene Skala. Für die Stimmkurve gilt die orange und für die Abweichungskurven die schwarze Skala.

Abweichungskurven mit eingeblendeter Stimmkurve

Relative / absolute Gewichte

Die blaue Tönung der Abweichungskurven gibt an, wie stark das gewählte Gewicht eines Intervalls im jeweiligen Tonbereich wirkt. Standardmäßig gilt dies relativ zum Maximum einer jeden Kurve. Wenn Sie die Gewichte verschiedener Kurven grafisch miteinander vergleichen möchten, können Sie die Färbung auch auf absolute Gewichte umschalten. Dazu wählen Sie den Punkt Absolute Gewichte im Mehr-Menü.

Abweichungskurven mit Färbung anhand absoluter Gewichte

Abweichung / Schwebungsfrequenz

Standardmäßig zeigen die Kurven die Abweichung von reinen Intervallen in Cents an. Sie können mit ihnen auch die Schwebungsfrequenz darstellen. Diese ergibt sich als direkte Differenz der Frequenzen der jeweiligen Teiltöne. Zum Umschalten wählen Sie den Punkt Schwebungsfrequenz im Mehr-Menü.

Abweichungskurven zeigen die Schwebungsfrequenzen

Hochziehen (pro)

Grundlagen

Auf dem Gussrahmen eines Klaviers lasten bis zu 20 Tonnen Zugkraft. Wenn ein Instrument sehr lange nicht gestimmt wird, kann diese nachlassen, und in Folge sinkt die Stimmung stark ab. Beim Hochziehen solch stark abgesunkener Klaviere verformen sich Resonanzboden und Gussrahmen, so dass die Tonhöhe bereits gestimmter Saiten im weiteren Verlauf gleich wieder absinkt. Auch die Saiten selbst brauchen eine Weile, bis sie sich an die neue Spannung angepasst haben. Dies macht es schwierig, das Stimmziel in einem einzigen Durchgang zu erreichen.

Wenn pianoscope den Verstimmungsgrad eines Klavieres kennt, kann es berechnen, wie stark man das eigentliche Stimmziel überziehen muss, um die Interaktion von Resonanzboden, Rahmen und Saiten auszugleichen. Dadurch reicht ein einziger Durchgang für die grobe Stimmung. Eine Feinstimmung kann unabhängig vom Hochziehen mit einigen Tagen Abstand erfolgen.

Wenn ein Klaviers nur um 10 Cents abgesunken ist, kann es sich bereits lohnen, die Stimmung mit der Automatik von pianoscope zu überziehen.

Start

Sie starten das automatische Hochziehen über den Punkt Hochziehen im Mehr-Menü.

Aufrufen des automatischen Hochziehens über das Menü

Einstellungen

Zunächst erfragt pianoscope folgende Informationen über das Instrument für die Berechnung des Überziehens:

Höchster Bassbrückenton

Hier geben Sie an, welches der höchste Ton ist, dessen Saiten noch über die Bassbrücke laufen. Voreingestellt ist A#2. Dies unterscheidet sich aber stark zwischen Klavieren.

Wenn Sie auf das Klavieratursymbol oben rechts tippen, erkennt und übernimmt pianoscope den gewünschten Ton, wenn Sie ihn auf dem Klavier spielen. Dies funktioniert natürlich nur, wenn die Stimmung nicht mehr als 50 Cents abgesunken ist. Der Modus bleibt für die folgenden Einstellungen oder das Hochziehen weiterer Klaviere aktiv, bis Sie ihn durch Tippen auf das Klaviatursymbol wieder ausschalten.
Einstellung des höchsten Bassbrückentons für das Hochziehen

Tippen Sie jeweils auf Weiter, um zur nächsten Einstellung zu gelangen.

Höchste umwickelte Saite

Hier geben Sie die Note des höchsten Tons an, dessen Saiten noch umwickelt sind. Voreingestellt ist A#2. Dies unterscheidet sich aber stark zwischen Klavieren.

Erste Diskantstrebe

Hier geben Sie den Ton an, der direkt unterhalb der ersten Gussrahmenstrebe im Diskant liegt. Durch ihre Steifheit reduzieren diese Streben die Interaktion der angrenzenden Saiten. Wenn Sie die Lage angeben, kann pianoscope diesen Effekt berücksichtigen. Ohne Angabe liefert die Berechnung meist zu hohe Überziehungswerte für die Töne direkt unterhalb der Strebe.

Zweite Diskantstrebe

Hier geben Sie den Ton an, der direkt unterhalb der zweiten Diskantstrebe liegt, die die meisten Flügel und manche Klaviere besitzen. Dies funktioniert analog zur ersten Strebe.

Limit für umwickelte Saiten

Die Berechnung überzieht umwickelte Saiten um nicht mehr als diesen Betrag, um sie vor dem Reissen zu schützen. Der Standardwert von 20 Cent ist eine gute sichere Grenze für viele Klaviere.

Limit für einfache Saiten

Die Berechnung überzieht nicht-umwickelte Saiten um nicht mehr als diesen Betrag, um sie vor dem Reissen zu schützen. Der Standardwert von 35 Cent ist eine gute sichere Grenze für viele Klaviere.

Anpassung

Mit diesem prozentualen Wert können Sie sämtliche von pianoscope automatisch berechneten Überziehungswerte manuell verstärken oder abschwächen. Die Sicherheitslimits werden dabei berücksichtigt. Die Standardeinstellung von 0% müssen Sie in den meisten Fällen nicht verändern.

Wenn Sie die letzte Einstellung abgeschlossen haben, tippen Sie auf Weiter oben rechts in der Funktionsleiste.

Messen des momentanen Stimmzustands

Bevor das Hochziehen wirklich starten kann, muss pianosope noch den momentanen Verstimmungsgrad des Instruments vermessen. Dazu müssen Sie nun als Stichprobe die markierten Töne des a-Moll-Dreiklangs für je eine Sekunde spielen. Der Ablauf ist ähnlich wie beim Vermessen der Inharmonizität.

Start der Messung des momentanen Verstimmungsgrad als Vorbereitung des automatischen Hochziehens

Für jeden vermessenen Ton wird in das Diagramm oberhalb der Klaviatur ein Punkt eingetragen. Er zeigt die Abweichung von einer gleichschwebenden Stimmung an. Zum Vergleich werden in grau die Tonhöhen der Zielstimmung angezeigt.

Abschluss der Messung des Verstimmungsgrads als Vorbereitung des automatischen Hochziehens

Wenn Sie das Vermessen beendet haben, tippen Sie auf Fertig in der Funktionsleiste, um das eigentliche Stimmen zu starten.

Gleichzeitiges Vermessen der Inharmonizität

Wenn Sie die Inharmonizität zuvor noch nicht separat ermittelt haben, wird diese während der Messung im Hintergrund automatisch mit erfasst. Das Aufzeichnen dauert dann für jeden Ton etwa eine halbe Sekunde länger.

Um die gemessenen Inharmonizitäten zu kontrollieren, wischen Sie im Diagramm einfach mit dem Finger nach oben oder unten.

Anzeige der Inharmonizitäten während der Messung des Stimmzustands

Durch erneutes Wischen gelangen Sie wieder zurück zur Anzeige der Tonhöhen. Während der Messungen können beliebig zwischen beiden Ansichten hin- und herwechseln.

Hochziehen direkt nach dem Vermessen der Inharmonizität

Wenn Sie die Inharmonizität gerade erst vermessen haben, können Sie sich beim Ermitteln des Stimmzustands Zeit sparen, indem Sie die Messwerte übernehmen. pianoscope weist sie mit einem Dialog darauf hin. Sie dürfen die Stimmung seitdem selbstverständlich nicht verändert haben.

Messen des Verstimmungsgrad  nachdem direkt zuvor die Inharmonizität vermessen wurde

Um die Messwerte zu übernehmen tippen Sie auf Messung verwenden. pianosope markiert dann die eventuell noch fehlende Töne auf der Bildschirmklaviatur und bittet Sie, diese einzuspielen. In der Regel sind dies nur wenige Tasten wie in diesem Bild.

Ergänzende Messung des Verstimmungsgrads als Vorbereitung des automatischen Hochziehens

Stimmen mit Überziehen

Damit sich Saiten, Resonanzboden und Rahmen nun auch so bewegen wie berechnet, müssen Sie das Klavier in einer festen Reihenfolge stimmen, nämlich von unten nach oben – von A0 bis C8. Dabei stimmen Sie auch sofort die dazugehörigen Chöre. Bei aktiviertem Hochziehen zeigt die Skala nun für jeden Ton einen individuellen Überziehungsmarker an, der oberhalb der Null liegt. Anstatt bis zur Null stimmen Sie nun bis zum Marker, um die Saiten wie berechnet zu überziehen.

Überziehungsmarkierungen beim automatischen Hochziehen

Im Überziehungsmodus ist die Skala linear aufgebaut, da das eigentliche Ziel nun nicht mehr in der Mitte liegt. Die Skala ist somit auch in den Außenbereichen genau genug für ein grobes Hochziehen.

Weitere Funktionen

Während des Hochziehens erscheint der zugehörige Punkt im Mehr-Menü in rot, um darauf hinzuweisen, dass Sie sich im Hochziehen-Modus befinden.

Roter Menüpunkt weist auf aktives Hochziehen hin

Wenn Sie den Menüpunkt auswählen, öffnet sich ein Untermenü, mit weiteren Funktionen.

Untermenü bei aktivem Hochziehen

Mit dem ersten Eintrag Beenden verlassen Sie den Hochziehen-Modus. Falls sie mitten in einer Stimmung waren, können Sie ihn jederzeit über den danach erscheinenden Menüpunkt Fortsetzen wieder starten. Achten Sie dabei aber darauf, dass Sie mit der Note weiterstimmen, mit der sie aufgehört haben.

Fortsetzen des Hochziehens

Mit dem Menüpunkt Neues Hochziehen starten Sie ein Hochziehen mit einer neuen Messung.

Über den Punkt Messwerte können Sie sich die Ergebnisse der letzten Messung jederzeit wieder ansehen.

Nachträgliches Einsehen der Messungen zum Hochziehen

Über den Menüpunkt Einstellungen können Sie die Einstellungen vor dem nächsten Hochziehen des Instruments verändern.

Einstellungen für das Hochziehen

Sie können diese Einstellungen jederzeit verändern. Aber denken Sie daran, dass dies mitten in einer Stimmung meist nicht sinnvoll ist. Ein Warndialog macht Sie in diesem Fall darauf aufmerksam.

Warnung vor dem Ändern der Einstellungen während des Hochziehens

Absenken

Die Funktion Hochziehen können Sie entgegen ihres Namens auch zum Absenken zu hoch gestimmter Instrumente verwenden. Dabei gehen Sie genauso vor wie zuvor für das Hochziehen beschrieben. pianscope zeigt Ihnen in der Stimmansicht dabei Marker an, die unterhalb der eigentlichen Stimmziele liegen.